Die Qual der Zahl

Ob Travel Manager gute Arbeit leisten, verraten am Ende nackte Zahlen. Messbar ist vieles. Doch die Kunst beim Reporting besteht darin, sich zu fokussieren.

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Gutes Zahlenmaterial ist für Travel Manager entscheidend. Denn Kennziffern zur Entwicklung der durchschnittlichen Ticketpreise - auch in Relation zum Markt -, Voraus- und Online-Buchungsquoten, Stornokosten oder die Marktanteile je Leistungsträger verraten, wo sie noch Kosten sparen können oder nachverhandeln müssen. Ebenso liefern die Zahlen Argumente gegenüber dem Finanzchef oder den Reisenden. Datenquellen sind reichlich vorhanden: Travel-Management-Systeme, Online-Buchungsmaschinen, Reportings der Reisebüros und Kreditkartenunternehmen sowie regelmäßig erscheinende Marktstudien. Nicht zuletzt gibt die eigene Buchhaltung Aufschluss darüber, was am Ende für Geschäftsreisen tatsächlich ausgegeben wurde.

Die verschiedenen Quellen zusammenzuführen und die Daten so aufzubereiten, dass sie vergleichbar sind, ist eine komplex Aufgabe ...

Techniker arbeiten kontinuierlich an der Erweiterung der Systeme und an neuen Schnittstellen zu anderen Datenquellen (...). Individuelle Wünsche werden die Anbieter aus Kostengründen aber nur bedingt berücksichtigen können. Per Knopfdruck alle gewünschten Details auf einen Blick - das ist noch Zukunftsmusik. "Irgendwann wird ein Unternehmen sein Data Warehause haben, wo man alle Daten von Dritten abrufen kann", schätzt Hörber.

Bei einigen Großunternehmen ist das heute schon der Fall. Für die breite Masse ist das aber nicht lohnenswert - und vielfach auch nicht notwendig, findet Liane Feisel von Feisel Consulting: "Die meisten Kunden beschäftigen sich mit dem Sammeln von Datenmaterial, ohne überhaupt zu wissen, was sie später messen wollen." Ihr Beratungsunternehmen nimmt Travel Managern mit großem und kleinem Reisevolumen die Analyse ab. Der erste Schritt müsse darin bestehen, die Ziele des Travel Managements festzulegen. Zu Beginn sei eine Analyse der Reisestruktur nötig. Häufig gefragt: Wohin, mit welchen Verkehrsmitteln und wie häufig reisen die Mitarbeiter überhaupt? Erst danach ließen sich entsprechende Reiserichtlinien erstellen und später auch Einsparpotenziale ermitteln, so Feisel.

Entscheidend ist, Gleiches mit Gleichem zu vergleichen. Nicht Brutto- mit Nettopreisen oder Flugpreise einmal mit und einmal ohne Kerosinzuschlag. Auf Grund unterschiedlicher Flughafengebühren sind Low Cost Carrier auch nicht ohne Weiteres mit Airline-Preisen auf Monopolstrecken zu vergleichen.

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Text: Sabine Pracht. In: fvw; Ausgabe Nr. 12/08; 6. Juni 2008; Seite 58 f.

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