Das passende Reisebüro finden Unternehmen am besten per Ausschreibung. BizTravel sagt, wie das funktioniert und was der Dienstleister in der Praxis bieten muss.
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Die Antworten werden anhand eines Punktesystems bewertet. Bei der Bewertung deutet sich derzeit ein Trend an: Gab's früher die meisten Punkte für den billigsten Anbieter, spielen heute so genannte "weiche Faktoren" eine große Rolle, wie die Hamburger Beraterin Liane Feisel berichtet. "Passt das betreuende Reisebüro-Team abgesehen von der fachlichen Expertise, auch menschlich zum Kunden? Stimmen Engagement, Firmenkultur und Philosophie überein?", erzählt Feisel. "Keine Firma will schon nach ein paar Monaten erneut ausschreiben, weil es menschlich nicht klappt."
Gegen eine Entscheidung, die sich nur am Preis orientiert, argumentiert auch Achim Schmitz, Chef des Travel Management beim Sportartikelhersteller Adidas. "Seien Sie skeptisch, wenn in der Ausschreibungsantwort ungewöhnlich niedrige Personalkosten angegeben sind", rät Schmitz seinen Kollegen. "Reisebüros mit allzu billigen, weil nicht genügend qualifizierten Arbeitskräften können Sie am Ende mehr kosten." Seiner Ansicht nach unterscheiden sich gute Dienstleister stärker über das Produkt, das sie anbieten als über den Preis.
Und bei der Endauswahl, wenn die besten drei oder vier Anbieter zum Gespräch in die Firma kommen, legt Liane Feisel Wert darauf, dass immer "Operative" dabei sind - also Mitarbeiter, die künftig den Etat abwickeln sollen. Auch setzt sich Feisel selbst ins Reisebüro und schaut den Angestellten im Arbeitsalltag über die Schulter: "das ist sinnvoll", sagt sie: "Man will ja wissen, wen man möglicherweise heiratet."
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Text: Oliver Graue. In: BizTravel; Ausgabe Nr. 1; Frühjahr 2007; Seite 29 ff.